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28. Apr 2021 | Corona

Berlin plant weitere Lockerungen in Heimen

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) plant weitere Lockerungen in Pflegeheimen, in denen 90 Prozent oder mehr der Bewohner geimpft sind. Unter anderem will sie die Beschränkung der Besuchszeiten aufheben und die Testpflichten für geimpfte oder genesene Besucher und Pflegekräfte lockern, sagte sie in der RBB-Abendschau. Unterdessen werden in Baden-Württemberg Forderungen nach einer Abschaffung der FFP-2-Maskenpflicht für geimpfte Mitarbeitende laut.

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Will Lockerungen in Heimen mit hoher Impfquote: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD)
Foto: ddp Images_Clemens Bilan
„Punkt eins ist, dass sich Besucherinnen und Besucher nicht mehr testen lassen müssen, wenn sie einen vollen Impfschutz haben“, sagte Kalayci. In diesem Fall solle es auch keine zeitliche Begrenzung mehr bei den Besuchsregeln geben – egal ob für drinnen oder draußen.

An den Einschränkungen für Pflegeheimbewohner, die oft unter der bisherigen weitgehenden Isolation leiden, hatte es in der Vergangenheit wiederholt Kritik gegeben. Erst seit Samstag sind in den Alten- und Pflegeheimen wieder täglich zwei Stunden Besuch von einer Person erlaubt und auf dem Außengelände täglich für zwei Stunden von zwei Personen. Kalayci hatte nach der Sitzung des Senats am Dienstagnachmittag weitere Schritte angekündigt.

Dazu zählt auch, dass es für die Pflegekräfte keine tägliche Testpflicht mehr geben soll, wenn sie einen vollen Impfschutz haben oder genesen sind, wie die Gesundheitssenatorin in der „Abendschau“ erläuterte. „Das heißt, die nächsten Lockerungsschritte stehen an“, sagte Kalayci. „Wir haben diese Vorschläge mit den Pflegeverbänden abgestimmt.“ Die neuen Regeln sollen der Senatorin zufolge „in den nächsten Tagen“ umgesetzt werden.

Evangelische Heimstiftung: "Die Masken in den Heimen müssen fallen"

Auch in Baden-Württemberg gibt es bereits Lockerungen. Doch diese gehen manchen Trägern nicht weit genug. Die neue Coronaverordnung sehe zwar erste Lockerungen für Pflegeheime vor – aber nur für Bewohner und Besucher, nicht aber für Mitarbeiter, kritisiert etwa die evangelische Heimstiftung mit Sitz in Stuttgart. Zwar seien jetzt mehr Besuche von mehreren Personen möglich und bei geimpften Personen könne im Einzelzimmer auf Maske und Abstand verzichtet werden. „Das ist richtig gut, so sind wieder Nähe und Gemeinschaft möglich“, sagte Geschäftsführer Bernhard Schneider.

Gleichzeitig fühlten sich die Pflegekräfte aber von der Politik vergessen. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die einzige Erleichterung für geimpfte Mitarbeitende darin bestehe, sich nur noch einmal statt bisher dreimal wöchentlich testen zu lassen. Es sei nicht mehr vermittelbar, dass geimpfte Mitarbeitende fast den ganzen Tag weiterhin mit den belastenden FFP2-Masken arbeiten müssen, obwohl 90 Prozent der Bewohner und über 50 Prozent der Mitarbeitenden geimpft sind. "Die Masken in den Pflegeheimen müssen fallen", lautet eine zentrale Forderung.

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