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10. Mrz 2021 | News

Gender Pay Gap: Pflegeberufe Teil des Problems

Politikerinnen verschiedener Parteien sowie Verbände haben anlässlich des sogenannten Equal Pay Days das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen kritisiert. Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um im Schnitt auf das gleiche Jahresgehalt wie ihre männlichen Kollegen zu kommen. In diesem Jahr fällt er auf den 10. März. Als Gender Pay Gap wird der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern bezeichnet.
Junge weibliche Pflegekraft bindet sich die Maske.
Ein Grund, weshalb Frauen durchschnittlich weniger verdienen als Männer ist, dass sie häufiger in schlechter bezahlten Berufen arbeiten. Dazu gehört auch die Pflege.
Foto: Adobe Stock/ JustLife

"Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen in Deutschland immer noch fast ein Fünftel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen", sagte Berlins Arbeitssenation Elke Breitenbach (Linke). Insbesondere Frauen würden die Arbeit in jenen systemrelevanten Berufen in Pflege und Einzelhandel erledigen, über die seit Beginn der Corona-Pandemie geredet würde - oft mit schlechter Bezahlung und unter schwierigen Arbeitsbedingungen. Mit einer Differenz von zehn Prozent ist die geschlechtsspezifische Lohnlücke in Berlin noch verhältnismäßig klein: Bundesweit verdienten Frauen im Jahr 2020 rund 18 Prozent weniger als Männer.

"Der Gender Pay Gap beruht auch auf der schlechten Bezahlung in den Care-Berufen. Es sind die beruflich Pflegenden, die Hebammen und die Pädagoginnen, die sich um unser aller Leben und den sozialen Zusammenhalt kümmern. Ist uns das als Gesellschaft wirklich so wenig wert?", fragte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), Christel Bienstein, zum Equal Pay Day 2021. "In den vergangenen Monaten wurde auch auf politischer Ebene immer wieder betont, wie existenziell wichtig die Gesundheits- und Pflegeberufe für eine Gesellschaft sind. Nun müssen den vielen warmen Worten aber auch politische Taten folgen. Diese Tätigkeiten, die vor allem von Frauen geleistet werden, müssen gesellschaftlich aufgewertet und vor allem endlich gerecht entlohnt werden", fordert die Bundesfrauensprecherin des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), Jutta König.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) machte auf die ungleiche Bezahlung aufmerksam. "Der Umgang mit der zusätzlichen Sorgearbeit in der Corona-Pandemie war für Frauen in der Bundesrepublik ein gleichstellungspolitischer Rücksturz um Jahrzehnte", sagte Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB in Berlin und Brandenburg. Bereits nach dem ersten Lockdown hätten zwei Drittel der Frauen angegeben, sich alleine um die zusätzliche Betreuung ihrer Kinder gekümmert zu haben.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des diesjährigen Equal Pay Days anhand fortgeschriebener Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung (VSE) mitteilte, verdienten Frauen im Jahr 2020 mit durchschnittlich 18,62 Euro brutto in der Stunde 4,16 Euro weniger als Männer (22,78 Euro). 2019 hatte die Differenz 4,28 Euro betragen. Nach wie vor fällt der unbereinigte Gender Pay Gap im Jahr 2020 in Ostdeutschland mit 6 Prozent viel geringer aus als in Westdeutschland (20 Prozent).

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht laut Destatis allgemein den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitnehmerinnen miteinander. Somit wird auch der Teil des Verdienstunterschieds erfasst, der beispielsweise durch unterschiedliche Berufe oder Karrierestufen verursacht wird. Dagegen misst der bereinigte Gender Pay Gap den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. Strukturbedingte Faktoren sind hier also weitgehend herausgerechnet. 71 Prozent des Verdienstunterschieds zwischen Männern und Frauen sind laut Destatis strukturbedingt erklärbar – also unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen häufiger in Branchen und Berufen arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird und sie seltener Führungspositionen erreichen. Auch arbeiten sie häufiger als Männer in Teilzeit und in Minijobs und verdienen deshalb im Durchschnitt pro Stunde weniger.


 

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