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17. Feb 2021 | Blog

Weiterhin Lockdown - aber mit schönen Haaren

Elisabeth Scharfenberg

Seit einem Jahr versucht die ganze Welt das Corona-Virus in den Griff zu bekommen. Es scheint wie im Märchen „Der Hase und der Igel“ zu sein. Bei jedem Teilerfolg der Wissenschaft und Pharmaindustrie zeigt uns das Virus eine lange Nase und verändert sein hässliches Gesicht. Diverse Mutationen breiten sich aus. Und wieder ist die Pflege in besonderem Maße gefordert.
Elisabeth Scharfenberg
Elisabeth Scharfenberg ist Pflegeexpertin. Von 2005 - 2017 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags.
Foto: Michael Farkas
In den Krankenhäusern arbeiten Pflegekräfte und auch ÄrztInnen an der direkten Coronafront. In den Altenpflegeheimen leben die Hochbetagten, die eine Risikogruppe darstellen. Das betrifft in der Folge auch die Altenpflegekräfte. Sie sind eine besonders gefährdete Berufsgruppe. Das ergab auch die Auswertung eigener Versichertendaten der Barmer Krankenkasse. Die untersuchte im vierten Quartal 2020 das Infektionsgeschehen in 20 besonders von Coronafällen betroffenen Berufsgruppen. Dabei stellte sich heraus, dass bei Altenpflegerinnen und Altenpfleger 7,6 von 1000 Erwerbstätigen wegen Corona krankgeschrieben wurden. Die Krankenpflege folgte dicht mit 7,2 von 1000. Bei Personal in Arztpraxen lag der Wert bei 5,5 von 1000. Im Vergleich dazu lag der Wert im Bereich Werbung und Marketing bei nur 2,5 von 1000.

Damit wird nochmals mehr als deutlich, welchen Dienst die Pflege in dieser Corona-Pandemie für unsere gesamte Gesellschaft leistet und welches Risiko sie selbst dabei trägt. Wieder stellt sich die Frage: ist sich die Politik und die Gesellschaft dessen bewusst? Gerade wurde die Onlinepetition „Pflege braucht Würde“ initiiert vom Wochenmagazin STERN, dem Deutschen Bundestag übergeben. 250.000 Menschen unterzeichneten die Petition. Damit ist das Quorum erreicht. Die Anhörung des Petitionsausschusses im Bundestag findet am 1.3.2021 statt. Ein großer Erfolg – aber nur, wenn Taten folgen. Und bis dahin und wohl auch danach: Business as usual – alles wie gewohnt. Der Lockdown hält an – zurecht wie ich finde.

Kleine Änderungen gibt es. Ab 1. März haben wir wieder die Haare schön. Hier hat sich die Politik dem Druck der Bevölkerung und der Friseurlobby gebeugt. Immer wieder wurde der Kanzlerin die Frage gestellt, wer ihre Haare täglich in perfekte Form bringe. Rumgedruckst hat sie bei der Antwort. Sie habe da eine Assistentin, die das mache. Zeit, der Kanzlerin und allen anderen die Frage zu stellen „Und wer pflegt Sie?“.

Wer pflegt Deutschland

Bücher

Wer pflegt Deutschland?

Heimträger suchen händeringend auch nach internationalen Pflegefachkräften. In deutschen Privathaushalten arbeiten - häufig illegal - Haushaltshilfen aus Osteuropa und betreuen pflegebedürftige Menschen. Das vorliegende Buch behandelt dieses brisante Thema, analysiert die Rechtslage, lotet die Grauzonen aus und stellt gelungene Projekte vor. Die einzelnen Beiträe entstammen der Expertenrunde des Symposiums "Transnationale Pflegekräfte".

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