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15. Nov 2021 | Blog

Strategien: So werden Sie zum Attraktiven Arbeitgeber

Daniel Beckers

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind – insbesondere in einem Dienstleistungssektor wie der Altenhilfe – das wichtigste Gut jedes Unternehmens sowie zentraler Erfolgsfaktor. Und wie es bei wertvollen Dingen meist der Fall ist, eine knappe Ressource. Dass der bereits heute überhitzte Personalmarkt durch die demographische Entwicklung und das kürzlich verabschiedete Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) noch weiter angeheizt wird, ist abzusehen. Lernen Sie von den Besten, um mit der richtigen Strategie zum attraktiven Arbeitgeber zu werden!
Daniel Beckers ist Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe bei der rosenbaum nagy unternehmensberatung GmbH. Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie einen Kommentar links oben in das Kommentarfeld!
Foto: rosenbaum-nagy

Wie gehen führende Arbeitgeber aus anderen Branchen diese Thematik an und was kann man von ihnen lernen?
Big Player, wie z. B. Google oder Apple, investieren bereits seit Jahren in ausgeklügelte und außergewöhnliche HR-Maßnahmen. Sie haben damit längst nahezu unwiderstehliche Arbeitgebermarken (Employer Brands) geschaffen. Dabei setzen sie neben einer finanziellen Bindung durch vergleichsweise hohe Gehälter und weitere Lohnbestandteile vor allem auch auf die emotionale Bindung ihres Teams. Diese erreichen sie unter anderem durch ein überdurchschnittlich attraktives Arbeitsumfeld sowie höchst individuelle Arbeitsbedingungen, die sie auf die Bedürfnisse und Bedarfe ihrer Belegschaft zuschneiden. Darüber hinaus bieten sie weitere attraktive Benefits, wie z. B. firmeneigene Sportplätze, Fitnessstudios, Fortbildungszentren, kostenfreie Snacks oder Kindergärtenplätze.

Aber sind solch umfassende Programme für ein sozialwirtschaftliches Unternehmen überhaupt finanzierbar?
Auch wenn die Personalstruktur und die finanziellen Möglichkeiten von Google und Apple nicht mit der von sozialwirtschaftlichen Unternehmen vergleichbar sind, kann man von ihnen lernen. Der Erfolg von Google und Co. liegt nämlich nicht in einer langen Firmentradition, auch nicht darin, dass sie die eine goldene Lösung gefunden haben und nutzen: Ihr Erfolg liegt in der strategischen Herangehensweise! Und mit dieser kann es jedem Arbeitgeber gelingen, die entscheidenden Alleinstellungsmerkmale zur positiven Abhebung von der Konkurrenz herauszuarbeiten. Auch mit einem kleinen Budget!

Wie sieht ein solcher strategischer Ansatz aus?
Klassisch werden die Employer Brand und das Personalmanagement voneinander unabhängig betrachtet und entwickelt. Eigentlich stehen sie jedoch in einem so engen Zusammenhang, dass man sie nur gemeinsam betrachten kann. Der strategische Ansatz sollte also auf zwei zentralen Handlungssträngen basieren, die parallel und im Einklang miteinander bearbeitet werden:
1.    Entwicklung der Arbeitgebermarke: Employer Branding  
2.    Anpassung bzw. Neuausrichtung des Personalmanagements, also der Bereiche Personalgewinnung, Personalbindung und Personalentwicklung

Inwiefern muss sich auch die Gesamtausrichtung des Unternehmens mit diesem Prozess verändern?
Vereinfacht formuliert, sollten sich Unternehmen zu Arbeitgebern (weiter)entwickeln, bei denen man gerne arbeitet. Hierfür ist es unabdingbar, die Fokussierung auf den Bereich Human Resources und die Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter selbst (wesentlich) zu erhöhen. Ziel ist es, eine möglichst hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber zu schaffen und gewonnen Arbeitskräfte nicht nur zu gewinnen, sondern sie langfristig an das Unternehmen zu binden.
Hierzu sind in erster Linie auch eine moderne und transparente Führung auf Augenhöhe sowie eine offene und vertrauensvolle Kommunikation Grundvoraussetzung.

Führen solche HR-Maßnahmen tatsächlich zum Erfolg?
Aktuelle Studien belegen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogar bereit sind ein geringeres Gehalt in Kauf zu nehmen, wenn sie einen Arbeitgeber gefunden haben, für den sie gerne tätig sind und mit dem sie sich identifizieren können. Und genau hierfür ist eine authentische Arbeitgebermarke die wichtigste Basis.

Daniel Beckers
, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe, rosenbaum nagy unternehmensberatung GmbH,
E-Mail: beckers@rosenbaum-nagy.de, Tel.: 0221 5 77 77 50

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