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05. Okt 2020 | Politik

Spahn baut Corona-Schnelltests für Pflegeheime aus

Ähnliche Regelungen sind für Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe oder ambulante Pflegedienste vorgesehen. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegenden Entwurf für eine Testverordnung vor, die Spahn jetzt vorgelegt hat, um die Nationale Teststrategie für die kommenden Monate festzulegen. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.
Teststäbchen wird zum Mund einer Frau geführt
Pflegeheime sollten laut Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium ein monatliches Test-Kontingent - abhängig von der Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner - bekommen.
Foto: Adobe Stock/ RioPatuca

Ähnliche Regelungen sind für Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe oder ambulante Pflegedienste vorgesehen. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegenden Entwurf für eine Testverordnung vor, die Spahn jetzt vorgelegt hat, um die Nationale Teststrategie für die kommenden Monate festzulegen. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Werde in solchen Einrichtungen eine Infektion festgestellt, habe jeder, der in den vorangegangenen zehn Tagen dort gewesen sei, Anspruch auf einen Test, heißt es in dem Referentenentwurf weiter. "Pflegeheime beispielsweise bekommen ein monatliches Kontingent, abhängig von der Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner: bis zu 50 Tests pro Monat stehen rechnerisch pro Bewohner zur Verfügung; eine Einrichtung mit 80 Bewohnern kann so beispielsweise 4000 Tests im Monat im Rahmen ihres eigenen Hauskonzepts nutzen, um Besucher, Personal oder Bewohner aktuell und schnell zu testen."

Die Finanzierung von Testzentren "führt zu geschätzten Mehrausgaben für den Gesundheitsfonds in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags, abhängig von der Entwicklung des Testgeschehens". Eine Schätzung der Testanzahl insgesamt sei nicht möglich, da Faktoren wie der weitere Verlauf der Corona-Pandemie oder Impfstoff-Kapazitäten nicht abzusehen seien, heißt es in dem Entwurf weiter. "Schnelltests kommen vor allem für Besucher, Beschäftigte, Bewohner und Patienten von Pflegeheimen und Krankenhäusern in Betracht", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". "Damit können wir verhindern, dass sich alte und kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger anstecken. Für sie ist die Gefahr von schwerwiegenden Folgen einer Infektion am größten." Die Frage, wann und unter welchen Bedingungen die Schnelltests von den Krankenkassen bezahlt würden, werde zum 15. Oktober geregelt.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnt zur Eile. Über die Hälfte der Menschen, die an Covid-19 gestorben seien, habe in Pflegeheimen gelebt. "Hier wohnt die Risikogruppe auf engstem Raum zusammen. Deshalb ist es überfällig, dass der Gesundheitsminister eine effiziente Teststrategie für die Altenpflege auf den Weg bringt", sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa. In Deutschland gibt es nach seinen Angaben vier Millionen pflegebedürftige Menschen, 900 000 leben in Heimen. "Doch Corona-Tests schützen nicht vor dem Virus. So sind weiterhin ein Hygienegrundschutz und eine funktionierende Kontaktdokumentation notwendig. Nur so ist jederzeit nachvollziehbar, wer mit wem zu tun hatte", forderte Brysch. Das gelte für Pflegebedürftige genauso wie für Pflegekräfte. Schließlich hätten sich die meisten Mitarbeiter untereinander angesteckt und nicht an Pflegebedürftigen.

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