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Sozialkonzern geht gegen Ex-Geschäftsführer vor

Augustinum klagt auf 86 Millionen Euro Schadenersatz

15.02.2019
Das Unternehmen Augustinum klagt auf 86 Millionen Euro Schadenersatz. Foto: RobertoM/ AdobeStock

Das Unternehmen Augustinum klagt auf 86 Millionen Euro Schadenersatz. Foto: RobertoM/ AdobeStock

Der evangelische Sozialkonzern Augustinum hat beim Landgericht München I eine Schadenersatzklage über 86 Millionen Euro eingereicht. Die Klage richte sich gegen einen früheren Augustinum-Geschäftsführer sowie gegen zwei Betreiber einer Immobilienfirma und einen Schweizer Geschäftsmann.

Sie sollen den Konzern in den Jahren 2011 bis 2013 bei Immobiliengeschäften betrogen haben. Das Augustinum betreibt bundesweit Seniorenstifte, Schulen, Kliniken und Sanatorien. Es gehört der Diakonie an.

Laut Unternehmenssprecher ergänzt die zivilrechtliche Klage auf Schadenersatz eine Strafanzeige wegen "gewerbsmäßigen Bandenbetrugs". Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte diesbezüglich bereits Ende 2017 Anklage gegen die vier Beschuldigten erhoben. Derzeit prüfe die Strafkammer des Landgerichts I noch, ob diese Anklage zugelassen wird. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag) rechnen Verfahrensbeteiligte mit einem Prozessbeginn frühestens im Herbst 2019. Für die Klage auf Schadenersatz sei bislang noch kein Gerichtstermin bestimmt worden, sagte ein Sprecher des Landgerichts I dem epd.

Das Augustinum hatte vor einigen Jahren 14 von insgesamt 23 Wohnstiften in einer "sale and lease back"-Strategie an eine Immobilienfirma verkauft und anschließend zurückgemietet. Dabei sollen die vier Beklagten das Augustinum hintergangen und hohe Summen für sich abgezweigt haben. Der 2014 verstorbene Ex-Aufsichtsratschef des Augustinums soll daran maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Bereits 2016 hatte das Augustinum drei der 14 betroffenen Häuser zurückgekauft. Auf epd-Anfrage teilte der Konzern mit, dass die anderen elf derzeit "im Zuge der Rückgewinnungshilfe" von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt seien, bis die Eigentumsfrage geklärt ist. Dieses Verfahren sei derzeit allerdings "weitgehend ausgesetzt", weil man die Ergebnisse der Strafsache abwarten müsse. Auf den laufenden Betrieb der Wohnheime habe das keine Auswirkung.

Im Zuge der Ermittlungen war der damaligen Konzernleitung "argloses und gutgläubiges" Verhalten attestiert worden. Auf Anfrage bestätigte ein Unternehmenssprecher, dass in der Zwischenzeit interne Kontrollmechanismen verändert worden seien. Sofern das Strafverfahren weitere neue Erkenntnisse bringe, werde man die Frage nach den Kontrollinstrumenten "noch mal neu bewerten".

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