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Tarifverhandlungen sollen im Oktober beginnen

Wer mehr Erfahrung mitbringt, soll auch besser bezahlt werden

27.08.2019
BVAP-Vorstandsmitglied Gero Kettler. Foto: AGV Awo

BVAP-Vorstandsmitglied Gero Kettler. Foto: AGV Awo

Im Oktober sollen die Verhandlungen für einen einen bundesweiten Tarifvertrag beginnen. Das sagte BVAP-Vorstandsmitglied Gero Kettler dem Evangelischen Pressedienst (epd).

 Die Gewerkschaft Verdi und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) streben noch vor Jahresende einen bundesweiten Tarifvertrag an. Das Abkommen solle anschließend von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für die gesamte Pflegebranche in Deutschland für allgemeingültig erklärt werden, sagte Kettler.

Angestrebt werde von Arbeitgeberseite eine vorsichtige Anpassung des Entgeltniveaus an die Berufserfahrung der Mitarbeitenden. Wer mehr Erfahrung mitbringe, solle auch besser bezahlt werden, sagte Kettler. In dieser Frage sehe er keine Konflikte mit Verdi. Anders sehe es bei der Frage des Urlaubs und der Höhe des Entgeltes aus. "Da gilt es, die gegenseitigen Schmerzgrenzen auszuloten." Bestehende bessere Tarife bleiben Kettler zufolge von den Ergebnissen der Verhandlungen unberührt.

"Ein bundesweiter Tarifvertrag sichert das Lohnniveau nach unten ab und beendet den ruinösen Wettbewerb", sagte Kettler, der zugleich Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist. Über viele Jahre habe die Pflegebranche niedrige Löhne gezahlt. "Das war ein Fehler. Darunter hat die Attraktivität des Pflegeberufes massiv gelitten." Ziel der bevorstehenden Tarifverhandlungen sei es, das Ansehen der Branche zu steigern und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Die Ängste, die Refinanzierungsverhandlungen mit den Kostenträgern würden durch einen allgemeinen Tarifvertrag schwieriger, wies Kettler als "taktisches Argument" zurück. Das Gegenteil sei der Fall. Die Pflegekassen und andere Kostenträger müssten bestehende Tarifverträge anerkennen.

 Kettler appellierte an noch nicht organisierte Arbeitgeber, dem BVAP beizutreten.

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