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Neues Zertifikat für Pflegeheime

Plattdeutsch in der Pflege

08.06.2020
Titelausschnitt der Wortschatzbroschüre "Plattdeutsch in der Pflege". Quelle: Landkreis Oldenburg

Titelausschnitt der Wortschatzbroschüre "Plattdeutsch in der Pflege". Quelle: Landkreis Oldenburg

Plattdeutsch kann in Norddeutschland eine große Hilfe in der Pflege sein. Viele alte Menschen und an Demenz Erkrankte fühlen sich in ihrer Muttersprache besser angesprochen. Initiativen für «Plattdüütsch in de Pleeg» gibt es deshalb in mehreren Bundesländern. Das Länderzentrum für Niederdeutsch vergibt nun ein Zertifikat.

Das Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen ergänzt die Initiativen nun mit dem «PlattHart», einem neuen Zertifikat, um das sich Pflegeeinrichtungen bewerben können. Um das Zertifikat zu erhalten, sollen Altenpflegeeinrichtungen den Gebrauch von Niederdeutsch in ihr Leitbild aufnehmen. Ein Teil der Körperpflege, der Betreuung, auch der Seelsorge soll auf Platt stattfinden. Und jedes Heim soll mindestens eine hauptamtliche Kraft mit Plattdeutsch-Kenntnissen aufweisen. Die Einrichtungen hätten sehr unterschiedliche Träger, sagte Christianne Nölter, Leiterin des Länderzentrums. Beim «PlattHart» gehe es darum, ihnen einheitliche Kriterien an die Hand zu geben.

"Ich habe oft gemerkt, ich erreiche die Menschen auf Platt besser", sagte Jan-Bernd Müller der Deutschen Presse-Agentur. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Länderzentrums ist im Emsland mit Plattdeutsch aufgewachsen und hat Gerontologie studiert, also die Wissenschaft vom Altern. "Demenzkranke fallen im Lauf der Zeit in ihre Muttersprache zurück" - das ist seine Erfahrung aus der Arbeit in Altenheimen. "Es ist wie eine Bibliothek, in der das letzte Buch, das stehen bleibt, die Muttersprache ist." Nach Müllers Erfahrung sind viele Pfleger motiviert, Plattdeutsch in der Arbeit anzuwenden. "Wenn Pflegekräfte merken, dass sie damit einen Zugang zu ihren Patienten bekommen, dann lernen sie das." Sie müssten dazu nicht die ganze Sprache beherrschen, einzelne Wörter, Sätze und Redensarten reichten oft aus.

Müller und Nölting setzen sich für ihr Plattdeutsch ein, aber sie sehen das Zertifikat auch als Konzept, das man auf andere Sprachen anwenden könnte. Pflegeeinrichtungen sollten auf viele Muttersprachen eingerichtet sein, auf Fremdsprachen, Minderheitensprachen oder Dialekte, sagte Müller.

Ein Wörterbuch plattdeutscher Ausdrücke haben der Landkreis Oldenburg und seine Berufsschulen bereits 2014 zusammengestellt. Die Broschüre "Plattdeutsch in der Pflege" und weitere Materialien sind auf der Internetseite des Länderzentrums für Niederdeutsch verfügbar.

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