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Gemeinsame Initiative von Diakonie, Caritas und BMZ

Nachhaltige Textilbeschaffung voranbringen

10.09.2020
Bundesminister Gerd Müller: "Ich freue mich, dass die Diakonie und der Caritasverband auf den Grünen Knopf setzen." Foto: BMZ Pool/Janine Schmitz/photothek.net

Bundesminister Gerd Müller: "Ich freue mich, dass die Diakonie und der Caritasverband auf den Grünen Knopf setzen." Foto: BMZ Pool/Janine Schmitz/photothek.net

Diakonie und Caritas wollen gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Beschaffung von nachhaltigen Textilien in ihren Einrichtungen voranbringen. In beiden Wohlfahrtsverbänden zusammen gibt es allein 557.500 Plätze in stationären Einrichtungen der Alten- und Gesundheitshilfe, in denen 573.600 Menschen hauptberuflich arbeiten - jeden Tag werden große Mengen an Bettwäsche, Handtüchern und Berufskleidung eingesetzt.

Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller, Diakonie-Präsident Ulrich Lilie und Hans Jörg Millies, Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, haben gestern in Berlin eine gemeinsame Absichtserklärung zur Förderung nachhaltiger Textilbeschaffung unterschrieben, teilen Diakonie und Caritas in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Die Eckpunkte der künftigen Zusammenarbeit beinhalten beispielsweise die Durchführung von Pilotprojekten, Marktdialogen zwischen Beschaffern und Bietern, sowie Workshops zur technischen Unterstützung. Geplant sind Informationsmaterialien zu den besonderen Anforderungen nachhaltiger Textilbeschaffung in der Freien Wohlfahrtspflege wie auch die Aufbereitung anschaulicher und innovativer Beispiele aus der Praxis, die nicht zuletzt Kostenkalkulationen umfassen.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Wenn man sich klarmacht, wieviel Wäsche in unseren Pflegeinrichtungen und Krankenhäusern Tag für Tag anfällt, wird anschaulich, dass ihr Einkaufsverhalten tatsächlich Marktrelevanz hat. Wenn wir zielgerichtet ökologisch produzierte und fair gehandelte Textilien nachfragen, haben wir einen großen Hebel, um etwas zum Besseren zu bewegen: Wir tragen zum Schutz der Menschenrechte in den Lieferketten bei, verhelfen Menschen zu besseren Arbeits- und Einkommensbedingungen, tun etwas gegen den Klimawandel, verhindern die Übernutzung oder Vergiftung von Böden und Gewässern und leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz."

Caritas-Generalsekretär Hans Jörg Millies: "Akteure des Sozialwesens können und müssen beim Kampf gegen die Klimakrise und beim Thema Nachhaltigkeit einen wichtigen Beitrag leisten. Die Beschaffung von Textilien ist dabei ein Thema, die Caritas beschäftigt sich auch mit anderen Bereichen wie der energetischen Gebäudesanierung und Mobilitätskonzepten. Gerade gemeinnützige Organisationen sind für die Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie auf adäquate finanzielle Rahmenbedingungen angewiesen, wenn sie sich an dieser Transformation beteiligen sollen."

Bundesminister Gerd Müller: "Ich freue mich, dass die Diakonie und der Caritasverband auf den Grünen Knopf setzen. Private und öffentliche Einrichtungen können viel zu fairen Lieferketten beitragen, wenn sie konsequent nachhaltig beschaffen. Der Gedanke der christlichen Nächstenliebe gilt auch für die Menschen am Anfang der Lieferkette, wie etwa die Näherinnen in Bangladesch, die unsere Kleidung in Akkordarbeit nähen."

Die Vereinten Nationen haben sich 2015 auf 17 Nachhaltige Entwicklungsziele verständigt. Sie berücksichtigen die Bereiche Soziales, Umwelt und Wirtschaft und verknüpfen so die Bekämpfung von Armut mit dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Ein wichtiges Fundament für zukünftige globale Lieferketten sind nachhaltige Produktions- und Konsummuster (Ziel 12). Dabei sollen sowohl ökologische Kriterien als auch menschenwürdige Arbeitsbedingungen entlang der globalen Lieferketten gelten.

 "Hier sind auch die Verbraucherinnen und Verbraucher gefordert, bewusster einzukaufen. Doch in erster Linie muss die Politik handeln. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung das lange geforderte Lieferkettengesetz verabschiedet, das die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen verbindlich regelt", so Lilie und Millies.

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