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Diskussion um die Pflege von morgen

Ist der Einsatz von Robotern ethisch verwerflich?

04.02.2019
Ob es moralisch in Ordnung ist, niedliche humanoide Roboter, wie hier des Typs "Pepper", in der Pflege einzusetzen, wird wohl gesellschaftlich diskutiert werden müssen. Foto: Universität Siegen

Ob es moralisch in Ordnung ist, niedliche humanoide Roboter, wie hier des Typs "Pepper", in der Pflege einzusetzen, wird wohl gesellschaftlich diskutiert werden müssen. Foto: Universität Siegen

Der Bremer Pflegewissenschaftler Heinz Rothgang glaubt nicht, dass Roboter in der eigentlichen Pflege von Menschen zum Einsatz kommen werden.

"Für den Bereich soziale Betreuung sind sie aber sicherlich eine Ressource", sagte der Gesundheitsökonom der Universität Bremen der Bremerhavener "Nordseezeitung". Ein Beispiel dafür sei die Kuschelrobbe "Paro".
Er sei in dieser Frage hin- und hergerissen, sagte Rothgang. "Man gibt einem Demenzkranken die Robbe in den Arm und er ist ruhig. Der wäre auch ruhig, wenn man sich hinsetzt und mit ihm spricht." Menschliche Kommunikation durch ein Objekt zu ersetzen, das Reaktionen zeigt, sei eine moralische Frage und immer nur die zweitbeste Lösung. Roboter wie "Paro" zeugten von einer Gesellschaft, "die sich nicht die Zeit nimmt, sich mit alten Menschen zu beschäftigen, sondern lieber Kuschelrobben programmiert".
Auch die Anwerbung von ausländischen Fachkräften ist nach Rothgangs Einschätzung höchstens kurzfristig eine Lösung gegen den Personalmange l in der Pflege. "Auch, wenn wir im demografischen Wandel Osteuropa ein paar Jahre voraus sind: Die ziehen nach und brauchen die Leute dann selbst."
Eine Möglichkeit sieht der Experte dagegen in einer Abkehr von der Fachkraftquote von 50 Prozent in Pflegeheimen. "Die Zahl ist vor circa 30 Jahren mal vom Himmel gefallen, es gibt keine fachliche Begründung dafür." Er könne sich vorstellen, dass mit intelligenteren Mischungsverhältnissen qualitative Pflege geleistet werden könne und nicht so viele Fachkräfte gebraucht würden, die momentan nicht zu finden seien. "Man könnte zum Beispiel mehr akademische Pflegekräfte einsetzen, die Dinge organisieren, und dann nach unten hin mehr Hände."

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