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Diskussionspapier

Handlungsempfehlungen gegen Einsamkeit im Alter

19.11.2019
Eine Möglichkeit, um als Kommune gegen Einsamkeit im Alter vorzugehen: öffentliche Orte für Begegnung gestalten. Foto: Pavel Losevsky/AdobeStock

Eine Möglichkeit, um als Kommune gegen Einsamkeit im Alter vorzugehen: öffentliche Orte für Begegnung gestalten. Foto: Pavel Losevsky/AdobeStock

Psychologen sprechen von einer neuen Volkskrankheit: Einsamkeit ist ein Phänomen unserer Zeit. Da es in Deutschland künftig immer mehr Ältere geben wird, dürfte Einsamkeit an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnen. Zu diesem Schluss kommt ein Diskussionspapier des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Körber-Stiftung.

Neben der demografischen Entwicklung können auch gesellschaftliche Trends zu einer Zunahme von Einsamkeit und sozialer Isolation führen: Die Altersarmut wird insgesamt steigen, immer mehr Menschen werden ohne Partner und Kinder alt und der Infrastruktur-Abbau im ländlichen Raum dürfte zunehmen und damit Begegnungsmöglichkeiten reduzieren.

Die Autoren des Diskussionspapiers verweisen aber auch auf Entwicklungen, die diesen Trends entgegenwirken und sich positiv auf die soziale Einbindung der älteren Generationen auswirken: "Die zukünftigen Senioren werden durchschnittlich so mobil, gesund, gebildet, engagiert und digital aktiv alt wie keine Vorgängergeneration vor ihnen", erklärt Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts.
Begegnungsorte, geeignete Wohnformen und Teilhabemöglichkeiten schützen Ältere darüber hinaus vor Einsamkeit und sozialer Isolation. Karin Haist, Leiterin der Projekte demografische Zukunftschancen der Körber-Stiftung, betont: »Da Kommunen solche Angebote für Begegnung und Teilhabe vor Ort bieten können, sind sie die Schlüsselakteure bei der Bekämpfung von Einsamkeit ihrer älteren Bewohner und Bewohnerinnen.« Kommunen können somit die Lebensqualität des Einzelnen erhöhen und zugleich Kosten für die Gemeinschaft senken, denn Einsamkeit beschleunigt nachweislich Erkrankungen und frühere Pflegebedürftigkeit.

Handlungsempfehlungen gegen Einsamkeit
Die Körber-Stiftung und das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung haben Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese sollen Kommunen darin unterstützen, der Einsamkeit ihrer alternden Bevölkerung vor Ort entgegenzuwirken:

  • Strategie entwickeln: Einsamkeit enttabuisieren und Verwaltung und lokale Organisationen sensibilisieren.
  • Wohnen "mit Anschluss" fördern: Wohnformen erarbeiten, die einen Verbleib im gewohnten Umfeld ermöglichen.
  • Soziale Partizipation ermöglichen: Gute Rahmenbedingungen für Engagement schaffen und Selbstorganisation fördern. Auf bereits Isolierte mit individuellen Angeboten zugehen.
  • Öffentliche Orte gestalten und schaffen: Öffentliche Orte für Begegnung gestalten und Mobilitätsangebote schaffen.
  • Aktiv informieren, sensibel kommunizieren: Infomaterial bereitstellen und Angebote nicht explizit als Einsamkeitsprävention vermitteln.

Material zum Download
Diskussionspapier: (Gem)einsame Stadt? Kommunen gegen soziale Isolation im Alter

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