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Großstädter können oft für Pflege nicht mehr aufkommen

21.06.2018
Besonders für viele Pflegebedürftige in den Städten reicht das eigene Geld oft nicht für die pflegerische Versorgung aus. Foto:  Alexander Raths/fotolia

Besonders für viele Pflegebedürftige in den Städten reicht das eigene Geld oft nicht für die pflegerische Versorgung aus. Foto:  Alexander Raths/fotolia

Vor allem in großen Städten können sich pflegebedürftige Menschen in Deutschland einer Untersuchung zufolge die ambulante oder stationäre Versorgung oft nicht mehr leisten.

In Großstädten bezieht rund ein Viertel der Menschen, die gepflegt werden, die Sozialleistung "Hilfe zur Pflege", wie aus einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hervorgeht, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.
In Berlin lag dem Bericht zufolge dieser Anteil im Jahr 2015 bei 23,5 Prozent, in Frankfurt am Main waren es 23,8 Prozent und in Essen 24,5 Prozent. Spitzenreiter ist Hamburg, wo 25,6 Prozent der Pflegebedürftigen die Leistung bekommen, weil sie die Kosten für ambulante oder stationäre Versorgung allein nicht tragen können. Im bundesweiten Schnitt nehmen 12,2 Prozent der Menschen, die gepflegt werden, die Leistung in Anspruch.

Eine Erklärung für den großen Bedarf in der Stadt ist laut Susanna Kochskämper vom arbeitgebernahen IW die soziale Struktur der Städte. "In den Städten gibt es sehr viel mehr alleinstehende Menschen auch im hohen Alter, die keinen familiären Anschluss mehr haben. Dann braucht man, wenn man pflegebedürftig wird, sofort professionelle Hilfe, die teuer ist." Auf dem Land und in kleineren Gemeinden, wo familiäre und nachbarschaftliche Bindungen oft enger seien, bekämen Menschen eher aus dem privaten Umfeld Unterstützung und könnten so länger auf professionelle Pflege verzichten.

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