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Großküche ade?- KÜCHE IM ALTENHEIM sprach mit der "Managerin des Alltags" Margit Kleibrink

17.06.2008

Im Pflegezentrum Rablinghausen, Bremen, gibt es keinen Heimkoch. Die Mahlzeiten werden dezentral für jeweils etwa zehn Bewohner in der jeweiligen Wohnküche zubereitet. Die Bewohner kochen mit. Ist das Hausgemeinschaftskonzept das Modell der Zukunft? ? Frau Kleibrink, worin bestehen im Pflegezentrum Rablinghausen die Aufgaben einer "Managerin des Alltags"? Kleibrink: Wie die Berufsbezeichnung schon sagt: Ich sorge dafür, dass der Alltag in der Hausgemeinschaft funktioniert. Eine zentrale Bedeutung hat natürlich die Zubereitung der Mahlzeiten. Außerdem stehen die üblichen Reinigungsarbeiten an, die Betten müssen gemacht werden u. s. w. Für diese Arbeiten stehen zusätzlich Bereichshilfen zur Verfügung. Denn meine Aufgabe ist in erster Linie, den Bewohnern jederzeit als direkte Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. Ich biete auch kleinere Aktivitäten an. Mein Arbeitstag beginnt um 7:30 Uhr und endet um 14:00 Uhr. Danach gibt es dann noch eine Spätschicht bis 20:00 Uhr. ? Sie bereiten die Mahlzeiten in der Wohnküche zu, die gleichzeitig Aufenthaltsraum für die Bewohner und Anlaufstelle für Angehörige und Gäste ist. Ist es nicht anstrengend, unter diesen Umständen zu arbeiten? Kleibrink: Ja, manchmal schon. Aber der Sinn des Wohnküchenkonzeptes ist, dass die Bewohner möglichst aktiv am Leben im Haushalt teilnehmen können. Zur Zeit beteiligen sich vier der Damen regelmäßig am Kartoffelschälen, Gemüseputzen etc. Eine andere zieht es vor, beim Abtrocknen des Geschirrs zu helfen. Das dauert natürlich dann alles ein bisschen länger. Aber mir macht der Umgang mit den alten Menschen auch Spaß. Außerdem gibt es Zeiten, z. B. nach dem Mittagessen, wo sie sich zu einem Nickerchen zurückziehen, so dass wir ungestört "klar Schiff" machen können. ? Organisiert jede Hausgemeinschaft ihre Küche von A bis Z individuell und selbständig? Kleibrink: Nein, das wäre natürlich zu aufwändig. Unsere Hauswirtschaftsleiterin ist für alle organisatorischen Fragen zuständig, die normalerweise Aufgabe des Heimkochs sind: Speisenplanung, Budgetverwaltung etc. Lediglich die Zubereitung der Speisen findet "vor Ort" in der Wohnküche statt. Der Einkauf erfolgt zentral. Was ich an Lebensmitteln brauche, hole ich mir aus den gemeinsamen Kühl- und Vorratsräumen. Ich bekomme den Speisenplan eine Woche im Voraus, kann ihn dann mit den Bewohnern besprechen und ihre Wünsche dazu erfragen. Extras, z. B. auch anlässlich einer Geburtstagsfeier kann ich über die Hauswirtschaftsleitung bestellen. ? Wie ist Ihre Küche ausgestattet? Kleibrink: Im Großen und ganzen wie eine moderne Küche in einem etwas größeren Privathaushalt. Wir haben eine Grundausstattung an Koch- und Essgeschirr und Kleingeräten. Zusätzlich können wir uns in einem gemeinsamen "Pool" bedienen. Unser Herd hat einen Backofen und ein großes Ceranfeld. Wichtig ist natürlich auch eine leistungsstarke Spülmaschine. ? Darf ich fragen, wie sie entlohnt werden? Nach welchem Tarif werden Sie bezahlt? Kleibrink: Das ist ein Problem, weil die Alltagsmanagerin tarifrechtlich noch nicht etabliert ist. Derzeit werden wir nach dem Tarif für Gebäudereiniger bezahlt. Ich bekomme 17,43 DM/Std., die Bereichshilfen etwas weniger, nämlich 15,40 DM. ? Wie sind Sie für Ihre Tätigkeit qualifiziert? Kleibrink: Ich bin ausgebildete Einzelhandelskauffrau, habe dann nach der üblichen "Familienpause" für die Arbeiterwohlfahrt in der ambulanten Hauspflege gearbeitet. Beim Wohnküchenprojekt bin ich von Anfang an, seit Dezember 1999, dabei. Was mir an professionellem Know-How fehlte, zum Beispiel was den Umgang mit dementen Bewohnern oder Hygienevorschriften betrifft, habe ich mir in Schulungen angeeignet. Lernen musste ich auch, wie eine sorgfältige Dokumentation aussieht, nicht nur, was die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten betrifft, sondern vor allem auch die Beobachtungen an den Bewohnern. Demnächst nehme ich wieder an einer einwöchigen Schulung teil. Wichtige Grundqualifikationen für die Aufgabe sind soziale und kommunikative Kompetenz, Fähigkeit zu selbstständigem Arbeiten - und natürlich sollte man Freude am Kochen haben. ? Es hört sich an, als ob Sie Ihren neuen Beruf lieben? Kleibrink: Ja, sehr. Es herrscht eine rundum angenehme Arbeitsatmosphäre. Deshalb hoffe ich, noch lange in diesem Projekt mitarbeiten zu können. Quelle: Küche im Altenheim 09/2001

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