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Imageproblem?

Brüderle kritisiert Bild des Altenpflegers

08.10.2019
"Es trifft nicht zu, dass die Pfleger alle ausgebeutet und schlecht bezahlt werden", sagte Rainer Brüderle im Redaktionsgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. 
Foto: Laurence Chaperon

"Es trifft nicht zu, dass die Pfleger alle ausgebeutet und schlecht bezahlt werden", sagte Rainer Brüderle im Redaktionsgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Foto: Laurence Chaperon

Der Beruf des Altenpflegers kommt nach Einschätzung des Präsidenten des Arbeitgeberverbands des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Rainer Brüderle, viel zu schlecht weg.

 "Es trifft nicht zu, dass die Pfleger alle ausgebeutet und schlecht bezahlt werden", sagte Brüderle im Redaktionsgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Es ist auch ein Geldproblem, aber nicht primär. Es ist ein Imageproblem. Es sind die Arbeitsbedingungen", betonte der ehemalige Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion und Wirtschaftsminister. Der Durchschnittsverdienst vom Altenpflegern habe 2017 bei fast 2.900 Euro brutto gelegen. Zum Vergleich: Eine Arzthelferin bekomme etwas über
2.000 Euro und ein Physiotherapeut etwa 2.400 bis 2.500 Euro.

Brüderle lobte die Bemühungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Altenpflegekräfte aus Ländern wie Serbien, den Philippinen und  Mexiko anzuwerben . "Auf den Philippinen gib es viele gut ausgebildete Krankenschwestern, die auch die deutsche Sprachbefähigung haben, die aber nicht rein kommen, weil sie keinen Termin bei der deutschen Botschaft bekommen, um ein Visum zu beantragen", kritisierte der 74-Jährige. Allerdings könne das Problem der Pflege auch nicht ausschließlich mit ausländischen Kräften gelöst werden. "Wir müssen auch intern mehr Arbeitsplätze gewinnen."

Der Präsident des bpa-Arbeitgeberverbands gehört der - paritätisch aus Arbeitgebern und -nehmern besetzten - Pflegemindestlohn-Kommission an. Der bpa ist die größte tarifpolitische Vertretung für private Unternehmen der Sozialwirtschaft und vertritt nach Brüderles Angaben mehr als 4000 Unternehmen mit etwa 200 000 der rund eine halbe Million Beschäftigten.

"Private Geldgeber sind fast die Dummen, wenn sie eigenes Geld reinstecken (...)"

Die Kommission soll sich auf eine neue Lohnuntergrenze für Pflegehilfskräfte einigen. Der aktuelle Mindestlohn von derzeit 11,05 Euro (West) und 10,55 Euro (Ost) läuft Ende April 2020 aus. "Bis Ende Januar versuchen wir, neue Vorschläge zu machen", sagte Brüderle. Zur ersten Sitzung Ende September in Berlin hatte der kleinere Arbeitgeberverband Pflege gegen die Zusammensetzung des Gremiums geklagt. "Zu dem derzeitigen Mindestlohn wird man bei uns in der Region keinen kriegen", sagte Brüderle. "Die Betriebe müssen aber auch eine Mindestverzinsung haben." Sie brauchten unter anderem Geld für moderne Ausstattung und Digitalisierung. "Private Geldgeber sind fast die Dummen, wenn sie eigenes Geld reinstecken, Pflegeheime aufbauen, investieren und nicht einmal zwei Prozent Verzinsung haben." Die durchschnittliche Umsatzrendite in der Pflegebranche - also vor Steuern - liege nach einer Erhebung der Bundesbank bei 2,7 Prozent. "Wenn Sie am Schluss als kleiner Pflegeunternehmer - und viele haben nur 10, 15 Fälle - unterm Strich nichts haben, dann macht es keiner."

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