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Terranus Bedarfsanalyse

Berlin braucht 150 neue Pflegeheime bis 2040

24.06.2019
Pflegeheime sind im Wettbewerb um knappes städtisches Bauland nicht mehr konkurrenzfähig. Foto: AdobeStock/Petair

Pflegeheime sind im Wettbewerb um knappes städtisches Bauland nicht mehr konkurrenzfähig. Foto: AdobeStock/Petair

In Berlin droht in den nächsten 20 Jahren eine massive Unterversorgung mit Pflegeplätzen. Um das Versorgungsniveau zu halten, müssen 150 neue Pflegeheime gebaut werden. Das geht aus dem Terranus-"Bedarfskompass" hervor.

"Berlin wirkt zwar jung, altert aber bedeutend schneller als andere deutsche Städte", sagte Markus Bienentreu, Geschäftsführer der Pflegeheim-Beratung Terranus, anlässlich der Branchenmesse Altenheim EXPO in Berlin. Laut der Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamts wächst in Berlin bis 2040 die Zahl der über 65-Jährigen um 35 Prozent, die Zahl der über 80-Jährigen sogar um 50 Prozent.

Die durchschnittliche Auslastung der Pflegeheime in Berlin liegt zwar nach offiziellen Zahlen momentan mit 87,9 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 92,4 Prozent. Die tatsächliche Auslastung dürfte jedoch deutlich höher als 90 Prozent sein. Zum einen müssen die Betten hinzugerechnet werden, die aufgrund des Personalmangels nicht belegbar sind. Zum andern hat Berlin einen hohen Zwei- bzw. Mehrbettzimmeranteil von etwa einem Drittel. Pflegebedürftige bzw. deren Angehörige haben heute vielfach den Wunsch nach einer Unterbringung im Einbettzimmer. Deshalb lassen sich Mehrbettzimmer immer schlechter belegen.

Dies spiegelt sich auch z.T. in den deutlichen Belegungsunterschieden einiger Stadtteile wider: So sind z.B. Pflegeheime in Berlin Mitte, wo der Zweibettzimmeranteil bei 54 Prozent liegt, im Schnitt nur zu 78,4 Prozent ausgelastet. In Treptow-Köpenick hingegen liegt der Zweibettzimmeranteil bei nur 12 Prozent. Dieser Bezirk läuft mit einer Belegungsquote von 92,9 Prozent auf eine Vollauslastung zu.

Der Versorgungsgrad, d.h. der Anteil der über 65-Jährigen, der in Pflegeheimen versorgt wird, liegt in Berlin bei 4,84 Prozent. Um dieses Versorgungsniveau zu halten, muss die Zahl der Pflegeplätze bis 2040 um rund 36 Prozent steigen. In absoluten Zahlen entspricht dies einem Zubau von rund 11.500 Plätzen oder etwa 150 Pflegeheimen.

Das Problem sei, dass Pflegeheime im Wettbewerb um knappes städtisches Bauland nicht mehr konkurrenzfähig sind. In Berlin müsse man deshalb überlegen, welche Anreize man zum Bau von Senioren- und Pflegeheimen schaffen kann. Denkbar sei z.B. Grundstücke speziell für diese Nutzung auszuweisen.

Hintergrund: Die Pflegeheim-Beratung Terranus veröffentlicht seit Anfang 2019 den "Bedarfskompass", ein Prognosetool zur Bestimmung des Pflegeheim-Bedarfs in deutschen Großstädten.

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