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Empfehlung für caritative Einrichtungen

Anwerbung ausländischer Pflegefachkräfte

19.11.2018
Für eine reibungslose Zusammenarbeit ist es wichtig, die angeworbenen Pflegefachkräfte nicht nur arbeitsplatzbezogen zu qualifizieren, sondern auch gesellschaftlich zu begleiten und zu integrieren. Foto: Adobe Stock/ Daniel Ernst

Für eine reibungslose Zusammenarbeit ist es wichtig, die angeworbenen Pflegefachkräfte nicht nur arbeitsplatzbezogen zu qualifizieren, sondern auch gesellschaftlich zu begleiten und zu integrieren. Foto: Adobe Stock/ Daniel Ernst

Der Diözesane Ethikrat im Erzbistum Paderborn hat eine neue Empfehlung zur Anwerbung von ausländischen Pflegefachkräften für den Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe veröffentlicht.

Die Empfehlung ist eine Reaktion auf aktuelle Probleme in der Pflege: Immer mehr Menschen mit Pflegebedarf stehen immer weniger ausgebildeten Pflegekräften gegenüber. "Kurz- und mittelfristig ist keine Entspannung der Lage in Sicht", sagt der Vorsitzende des Ethikrats, Thomas Becker. "Angesichts des Fachkräftemangels kommen die Einrichtungen und Dienste der Caritas ohne zusätzliche Pflegekräfte aus dem Ausland nicht aus."

Doch bei der Anwerbung gilt es nach Ansicht des Ethikrats einige Voraussetzungen zu beachten. So verweist die Empfehlung zunächst detailliert auf den staatlich vorgegebenen rechtlichen Rahmen für eine Arbeitserlaubnis von EU- und Nicht-EU-Ausländern. Darüber hinaus formulieren die Mitglieder des Ethikrates eine an der Praxis ausgerichtete ethische Orientierung und geben Leitungsverantwortlichen von Pflegeeinrichtungen konkrete Handlungsempfehlungen. Das beginnt beim Anwerbeprozess selbst und setzt sich bei der Unterstützung und Integration der neuen Kolleginnen und Kollegen fort.

"Dazu gehören neben dem selbstverständlichen Schutz der Menschenwürde und der Persönlichkeitsrechte vor allem die Gleichbehandlung der ausländischen und deutschen Pflegekräfte, die Berücksichtigung der kulturellen und familialen Kontexte und Integrationshilfen sowie selbstverständlich die Option, jederzeit in die Heimat zurückkehren zu können", fasst Brigitte von Germeten-Ortmann zusammen. Für eine reibungslose Zusammenarbeit sei es wichtig, die angeworbenen Pflegefachkräfte nicht nur arbeitsplatzbezogen zu qualifizieren, sondern auch gesellschaftlich zu begleiten und zu integrieren. Darüber hinaus müssten die Mitarbeiter auf den Einsatz ausländischer Pflegekräfte vorbereitet und über kulturelle Besonderheiten und gesellschaftliche Regeln des Herkunftslandes informiert werden. Die Zusammenarbeit werde daher erleichtert, wenn sich die Anwerbung von ausländischen Pflegekräften auf wenige Länder beschränke. Ausdrücklich warnt der Ethikrat davor, Pflegefachkräfte aus Ländern anzuwerben, in denen ein kritischer Mangel an Fachpersonal besteht. Diese Länder seien auf ihr Pflegepersonal angewiesen, um die Gesundheitsversorgung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen.

Deutschland sei zwar wegen der im Vergleich zum Herkunftsland zumeist guten Verdienstmöglichkeiten für ausländische Pflegefachkräfte attraktiv, stehe bei der Gewinnung von Pflegefachkräften aber auch mit zahlreichen anderen Ländern im Wettbewerb, gibt der Ethikrat zu bedenken.

Die Empfehlung als PDF-Datei finden Sie hier:  https://www.caritas-paderborn.de/fuer-experten/dioezesaner-ethikrat/dioezesaner-ethikrat

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