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Verfasst von: Elisabeth Scharfenberg, www.elisabeth-scharfenberg.eu

Überraschende Erkenntnisse der Wirtschaftsweisen

14.11.2018

Die fünf Wirtschaftsweisen haben gerade ihr neuestes Gutachten zur wirtschaftlichen Lage der Nation an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte "Wirtschaftsweisen rechnen mit Regierung ab". Oha, hab ich gedacht, da bin ich ja mal gespannt.

Da ist von höherem Rentenalter, von der Abschaffung des Solis, von einer Städtemaut die Rede. Die FAZ ist der Auffassung, dass es das Gutachten in sich habe. Und so identifiziert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung den demographischen Wandel als größte Herausforderung. Die Alterung betreffe Deutschland mehr als andere Länder.

Sie merken nun sicher langsam, worauf ich hinaus will. Für Leserinnen und Leser einer Ausgabe von "Altenheim online" sollte diese Botschaft keine Neuigkeit sein. Anders die Wirtschaftsweisen, die sehen doch glatt im Gesundheitssystem große Veränderungen auf uns zu kommen. "Vor allem erwarten sie einen rasant wachsenden Mangel an Fachkräften. Im Jahr 2030 rechnen sie mit 1,3 Millionen unbesetzten Vollzeitstellen im Gesundheitswesen. Abhilfe schaffen könnten bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland." So ist es in der FAZ zu lesen.

Meine Herren, das ist ja mal ne Abrechnung mit der Regierung und Frau Merkel. Das sind leere Worthülsen. Gerade Fachleute, die sich im Bereich Wirtschaft äußern und Gutachten erstellen, sollten Gesundheit und Pflege etwas deutlicher auf dem Schirm haben. Dort arbeiten mehr Menschen als in der Autoindustrie. Und der sich immer deutlicher abzeichnende Pflegenotstand ist keine Neuigkeit. Diejenigen, die in der Pflege arbeiten, wissen das doch quasi schon seit Jahrzehnten.

Es ist eine Milchmädchenrechnung: Menschen, die im Jahre 2030 als Pflegekraft fehlen, wurden entweder im Jahr 2000 nicht geboren oder haben sich für einen anderen Beruf entschieden. Wir wissen heute schon exakt, wie viele Babyboomer wann potentiell pflegebedürftig sein werden. Das alles ist keine Kaffeesatzleserei. Das ist ein grobes Versagen von politischer Weitsicht und politischem Handeln. Nur mit Gutachten und Reden kommen wir nicht weiter. Denn eigentlich ist doch alles gesagt, aber offensichtlich noch nicht von jedem. Und jetzt waren die Wirtschaftsweisen mal dran.

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Elisabeth Scharfenberg
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Elisabeth Scharfenberg
Pflegeexpertin
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Elisabeth Scharfenberg ist Pflegeexpertin.

Von 2005 - 2017 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags.

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