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Verfasst von: Elisabeth Scharfenberg, www.elisabeth-scharfenberg.eu

Haifischbecken Pflege

16.03.2018

Im Ozean und den sonstigen Gewässern der Pflege tummeln sich viele Fische. Jede Art hat ihre Berechtigung und auch ihr eigenes Umfeld. Oft entwickeln sich Synergieeffekte. Manch einer ist sogar von einem anderen abhängig, um zu überleben.

Einer braucht den anderen, um eine gute Versorgung, sei es ambulant oder stationär oder alle Facetten dazwischen, hinzubekommen und zu gewährleisten. In meinem realen Gartenteich ist da zum Beispiel die Teichmuschel. Die Muschellarven werden im Frühjahr zwischen Februar und April ins Wasser abgegeben und heften sich dann an geeignete Wirtsfische. Und da ist das Spektrum breit: von der Bachforelle über Zander bis zum Stichling gibt eine ganze Reihe von Partnern, die dafür sorgen, dass das Überleben der Teichmuschel gesichert ist. Schön, wenn das so reibungslos und teilweise auch unbemerkt läuft. Hier rettet die Vielfalt einfach die Existenz.

In den Gewässern der Pflege scheint das Ökosystem aber derzeit irgendwie zu kippen. Denn gefühlt geht es da immer mehr zu wie in einem Haifischbecken. Wie ich darauf komme? Vor kurzem löste ein Tweet des Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag Erwin Rüddel eine Schwarmreaktion aus. Mich hat das ehrlich schockiert. Facebook und Twitter mutierte zu jenem schon erwähnten Haifischbecken, in dem alles, was nicht GEGEN Rüddel wetterte, gleich mit zerrissen wurde. Da brauchte es schon Mut, sich neutral oder Pro-Rüddel zu äußern. Wie viel Energie wurde da verwendet für den Aufruf #twitternwierueddel? Wie viele Tweets nahmen es zum Anlass, einfach draufzuhauen anstatt konstruktiv zu diskutieren? Wie viele Menschen wollten da gerne einen Vorwurf an die Pflege raushören, die an anderer Stelle dasselbe posten: Dass die Pflege nicht schlechtgeredet werden soll?

Ja... der Tweet meines ehemaligen MdB-Kollegen war nicht sehr glücklich. Er war ungeschickt formuliert und sicherlich konnte er missverstanden werden. Aber, mal Butter bei die Fische – darf die freie Meinungsäußerung so weit unter die Gürtellinie gehen? Energie und Engagement sind etwas Wunderbares, wenn sie sich positiv entfalten. Und das vermisse ich oft bei diesen virtuellen Debatten.

Mir fällt nämlich auf, dass die Haifische im Becken nicht nur die PflegePOLITIK in ihrem Beuteschema haben. Da stellt sich die Pflege auch schon mal gerne selbst gegenseitig an den Pranger. Aktivitäten zur Verbesserung in der Pflege werden ins Lächerliche gezogen, Pflegeaktivisten angezählt. Das alles denke ich mir jetzt nicht aus. Das kann man live und in Farbe im Facebook mitverfolgen... Bei aller Brisanz des Themas Pflege: diese Taktik geht nicht auf. Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit diesem Blog selbst die Nase in den Wind halte. Oder um in meinem Bild zu bleiben, mal eben ins Haifischbecken springe. Dennoch muss ich es auf den Punkt bringen: Wir müssen raus aus dem Kampfmodus und rein in ein synergievolles Miteinander. Wenn einer den anderen schlechtmacht oder bekämpft, wenn die Politik ausschließlich als Feind gesehen wird,  der eh nur viel zu viel verdient und viel zu wenig arbeitet, wenn Pflege sich selbst nicht als Ganzes erkennt -  werden wir keinen Schritt weiter kommen.

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Elisabeth Scharfenberg
www.elisabeth-scharfenberg.eu
Elisabeth Scharfenberg
Pflegeexpertin
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Hier bloggt Elisabeth Scharfenberg.

Elisabeth Scharfenberg ist Pflegeexpertin.

Von 2005 - 2017 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags.

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