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Verfasst von: Elisabeth Scharfenberg, www.elisabeth-scharfenberg.eu

Fachkraftquote – die heilige Kuh

13.09.2019

Pflege-TÜV, Expertenstandarts, Prüfinstanzen wie MDK und Heimaufsicht sitzen den Einrichtungen und den Pflegekräften im Nacken. Das Ziel von allen ist es, eine gute Pflegequalität abzuliefern, zu überprüfen oder zu bescheinigen. Als ein Garant für gute Pflege wird nach wie vor die heilige Kuh Fachkraftquote angesehen.

50 % Fachkräfte müssen vorgehalten werden. Das scheint der Schlüssel zum Pflege-Glück zu sein. Wird diese Quote nicht erfüllt, dann wird es haarig. Und an manchen Orten oder zu manchen Zeiten, da ist es quasi unmöglich diese Quote zu schaffen. Anbieter von Leasingkräften oder Zeitarbeitsfirmen saugen Honig aus dieser Situation. Wie oft werden Zeitarbeitskräfte eingesetzt, nur um die Fachkraftquote zu erfüllen, nämlich dann, wenn das Stammpersonal nicht mehr ausreicht. Ob dadurch die Pflegequalität verbessert oder gehalten werden kann, ist mindestens zu hinterfragen. Viele, die in der Pflegebranche aktiv sind, kennen diesen Eiertanz nur zu gut. Ist es nicht an der Zeit, sich mal ehrlich zu machen? Der Pflegenotstand hat uns schon längst erreicht. Vakante Stellen sind kaum zu besetzen. Einrichtungen bewerben sich bei den Pflegekräften und nicht umgekehrt. Und trotzdem sind da die Menschen, die versorgt werden müssen. Die ein Recht auf eine menschenwürdige und qualitativ gute Pflege haben. Das wird immer mehr zur Quadratur des Kreises.

Ist in solchen Zeiten diese Fachkraftquote mehr Fluch als Segen? Müssen wir nicht mal kritisch hinterfragen, ob es denn generell überhaupt noch möglich ist, eine solche Quote zu erfüllen. Ich gehe hier nicht für die Abschaffung der Fachkraftquote in die Bütt! Aber mich würde schon mal interessieren, welche Anstrengungen so unternommen werden, damit die Quote zumindest im Dienstplan passt. Und mich würde auch interessieren, ob in Zeiten des Pflegepersonalmangels nicht auch andere Fachkräfte aus der Sozialarbeit oder der Ergotherapie, die ja auch in vielen Einrichtungen arbeiten, für die Fachkraftquote anzuerkennen wären. Verstehen Sie mich nicht falsch – die Fachkraftquote hat durchaus ihre Berechtigung. Wir alle wissen aber, dass sie vielerorts gar nicht mehr einzuhalten ist. Professor Rothgang entwickelt derzeit ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Pflegebedarfs in Pflegeinrichtungen nach qualitativen und quantitativen Maßstäben gemäß §113c SGB XI. Die Ergebnisse stehen kurz vor der Veröffentlichung. Darauf und auch auf die folgenden Diskussionen und Debatten bin ich sehr gespannt. Vielleicht wird dann die heilige Kuh mal ehrlich auf den Prüfstand gestellt.

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Elisabeth Scharfenberg
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Elisabeth Scharfenberg
Pflegeexpertin
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Elisabeth Scharfenberg ist Pflegeexpertin.

Von 2005 - 2017 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags.

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