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Verfasst von: Claudia Heim, Sozialmanagerin, QM-Expertin www.claudiaheim.de

Fortbildung effizient und effektiv: 1 Stunde reicht

16.05.2017

"Ich kämpfe mit dem Schlaf und vom langen Sitzen tut mir alles weh!" – Pflichtfortbildung! Viele Mitarbeitende kennen diese Probleme. Fortbildungen sind wichtig, jedoch stoßen Pflegekräfte damit häufig an ihre Grenzen. Es gibt indessen einen anderen Weg, Fachkompetenz aufrecht zu erhalten und einen direkten Weg in die Umsetzung zu erreichen.

Wir alle kennen diese Situationen. In Seminaren gibt es Mitarbeitende, die "voll bei der Sache" sind, andere quälen sich von einer Pause in die andere. Unter dem Tisch wird auf das Handy geschaut, das Interesse an der Fortbildung lässt zu wünschen übrig. Der Dozent beschäftigt sich mit den interessierten Teilnehmern, die anderen versucht er immer wieder ins Boot zu holen. Doch häufig haben auch die engagiertesten Pflegekräfte Mühe, mehrere Stunden Fortbildung durchzustehen. Natürlich kann dies mit dem Dozenten zu tun haben, der die Inhalte nicht lebhaft zu vermitteln weiß. Pflegekräfte sind aber auch das lange Sitzen nicht gewöhnt oder haben beispielsweise bereits zwei oder mehr Stunden Frühdienst hinter sich, bevor sie die Fortbildung besuchen.

Doch gleichgültig, ob müde oder desinteressiert – letztendlich erreicht die Fortbildung nicht ihr Ziel: Den Mitarbeitenden den neuesten Stand pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse zu vermitteln, Wissen aufzufrischen und somit die Qualität der Versorgung und Betreuung der Senioren zu sichern.

Als Beraterin und Dozentin gehe ich in Einrichtungen der Altenhilfe andere Wege. Die zu vermittelnden Inhalte werden filetiert und "in kleinen Häppchen serviert". In der Praxis zeigt sich dieses Vorgehen folgendermaßen:

  • Die Teilnehmer werden gezielt ausgewählt, je nachdem, welche Aufgaben sie im Tagesverlauf zu erledigen haben.
    Dies bedeutet: Die Zielgruppe kann beispielsweise nur aus examinierten Pflegekräften bestehen oder aus Mitarbeitenden der sozialen Betreuung sowie Pflegehelfer.
  • Inhalte werden konkret ausgewählt und nicht nach dem Zufallsprinzip.
    Dies bedeutet: Es wird nicht entschieden nach dem Motto: "Wir sollten wieder einmal den Expertenstandard XY auffrischen". Vielmehr wird das Wissen der Mitarbeitenden hinterfragt. Wo gibt es Defizite im Verständnis der Pflegeprozesse? Sind Maßnahmen zur Risikominimierung bekannt? Welche Beanstandungen gab es im letzten MDK-Qualitätsbericht? Natürlich werden auch die Mitarbeitenden gefragt, welche Inhalte ihnen wichtig sind.
  • Die Zeiteinheiten sind so kurz wie möglich gehalten.
    Dies bedeutet: Je nach Thema dauern die Fortbildungen 1,5 bis maximal 3 Stunden.
  • Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf ein Minimum begrenzt.
    Dies bedeutet: Es bringt oft mehr, wenn jeweils fünf Teilnehmende für 1,5 Stunden geschult werden, als 20 Teilnehmer einen ganzen Tag. Der Grund liegt darin, dass die Anwesenden viel konzentrierter am Geschehen teilhaben. Ich stelle gezielte Fragen und mache kleine Übungen. Die Fortbildung erhält Workshop-Charakter, weg von Vortrag und Frontalunterricht. Inhalte werden besser durchdrungen, der Praxistransfer gewährleistet.
  • Sollten mehrere Stunden Fortbildung erforderlich sein, beispielsweise bei der Implementierung des Strukturmodells, gibt es zu einem späteren Zeitpunkt Qualitätszirkel.
    Dies bedeutet: Ich treffe mich mit einigen Mitarbeitenden eines Wohnbereichs, die Zahl bestimmt sich durch den Arbeitsaufwand im Tagesablauf, zu einem Qualitätszirkel. Dieser dauert genau 1 Stunde. Dabei reflektiere ich mit drei bis fünf Teilnehmenden die Praxis. Anhand von Beispielen und Pflegedokumentationen gehen wir gezielt auf Probleme ein und suchen nach Lösungsmöglichkeiten. In der Regel kann diese Stunde im Tagesablauf eingebaut werden.

In 1,5 Stunden kann natürlich weniger "Stoff" durchgesprochen werden als in einem ganzen Tag. Die Praxis zeigt jedoch, dass Teilnehmer von einer zeitlich knapp bemessenen Fortbildung oft mehr mitnehmen und verstanden haben, als von einem Tagesseminar.

Die Richtschnur für Fortbildungen ist im Prinzip klar: In der Praxis muss es funktionieren!

Welche Erfahrungen haben Sie mit Fortbildungen? Ich freue mich über Ihre Kommentare.

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Claudia Heim
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