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Verfasst von: Claudia Heim, Sozialmanagerin, QM-Expertin www.claudiaheim.de

Expertenstandard Demenz fordert die Einrichtungen, aber auch Kostenträger

26.07.2018

Der neue Expertenstandard "Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz" stellt hohe Anforderungen an Einrichtungen und deren Pflegekräfte. So wird eine person-zentrierte Pflegeorganisation erwartet, die sich in entsprechenden Konzepten niederschlägt und in der Arbeit der Pflegekräfte sichtbar wird.

Dies betrifft die Einrichtungen im Rahmen der Strukturkriterien auf mehreren Ebenen. Zentrale Kriterien sind

  • ein Konzept mit person-zentrierter Ausrichtung
  • das Vorliegen einer interdisziplinären Verfahrensregelung, in der die Zuständigkeiten für beziehungsfördernde und -gestaltende Angebote definiert sind
  • die Förderung und Unterstützung einer person-zentrierten Haltung
  • Einleitung von Maßnahmen, um einen qualifikationsgemäßen Kenntnisstand aller an der Pflege Beteiligten zu erreichen oder sicherzustellen
  • eine gestaltende Pflege von Menschen mit Demenz und deren Angehörige, die Beziehungen fördern kann
  • Rahmenbedingungen zur Information, Beratung und Anleitung von Angehörigen
  • die Möglichkeit, die Beziehungsgestaltung seitens der Mitarbeitenden reflektieren zu können

Allein die Gestaltung solcher Strukturen reicht nicht aus. Beste Konzepte und Verfahrensanweisungen sind wertlos, wenn sie in der Praxis nicht umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass die an der Pflege und Betreuung Beteiligten nicht nur in Kenntnis gesetzt, sondern auch angeleitet und geschult werden müssen. Wahre Begegnung im Pflegealltag geht zurück. Im Vordergrund stehen medizinische Prozesse (Medikamente, Behandlungspflege), Qualitätsmanagement-Richtlinien und nicht zuletzt Qualitätsprüfungen (MDK, FQA, Heimaufsicht) etc. sowie daraus resultierende Dokumentationsanforderungen. Selbstverständlich sind diese "Leitplanken" wichtig und notwendig. Aber eben im richtigen Maße. Auf der Strecke bleibt die Person, der alte Mensch. Er will gehört, verstanden und angenommen werden, wie es im Expertenstandard formuliert wird. Dort heißt es weiter: "Eine als gut zu bezeichnende Pflege von Menschen mit Demenz besteht also im Wesentlichen aus einer Reihe qualitativ hochwertiger Interaktionen…sich auf den Körperausdruck eines Menschen einzulassen, in gegenseitige leibliche Resonanz zu kommen um nachvollziehen zu können, in welcher Gemütslage sich das Gegenüber befindet…". Es lohnt sich wirklich, den Expertenstandard zu lesen.

Interessant ist auch zu erfahren, wie in diesem Zusammenhang Kostenträger angesprochen werden: "Die dazu notwendigen Rahmenbedingungen stehen vielfach in einem Widerspruch zu bestehenden Auflagen, Regeln und vor allem Leistungskontrollen der Kostenträger, die beziehungsfördernde und gestaltende Maßnahmen in der Regel nicht adäquat berücksichtigen…"

Bezüglich der Einrichtungen selbst heißt es: "Pflegende handeln in der Regel im Kontext einer Einrichtung. Ihre Haltung ist zumeist ein Spiegel dieser Institution…". Die Mitarbeitenden benötigen Möglichkeiten, ihre Arbeit zu reflektieren und problematische Situationen aufzuarbeiten. Supervision, ausreichende Besprechungszeiten und Bearbeitung schwieriger Teamdynamiken tragen dazu bei.

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Claudia Heim
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