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Verfasst von: Claudia Heim, Sozialmanagerin, QM-Expertin www.claudiaheim.de

Die neue Qualitätsprüfung kommt – bereiten Sie sich jetzt vor

07.01.2019

Nun ist das Jahr erst wenige Tage alt und schon nimmt es wieder Fahrt auf. Ich wünsche Ihnen für 2019 alles Gute, Gesundheit und viel Erfolg bei der Bewältigung der kommenden Aufgaben.

Eine hohe Priorität hat das neue Qualitätsprüfverfahren, das, so ist es angekündigt, ab Oktober dieses Jahres starten wird. Dies bedeutet, die Einrichtungen haben noch neun Monate Zeit, um sich vorzubereiten.

Es ist angedacht, dass auf zwei Ebenen Qualitätsbeurteilungen vorgenommen werden. Zum einen ist dies die Ebene der individuellen Bewohnerversorgung, zum anderen die Organisationsebene. Die Inhalte docken auch hier an dem seit Anfang 2017 eingeführten Begutachtungsinstrument an. Dieses Vorgehen kennen wir aus der entbürokratisierten Pflegedokumentation (Strukturmodell). Die Qualitätsaspekte werden in sechs Bereiche unterteilt:

  1. Unterstützung bei der Mobilität und Selbstversorgung (hier kommen die Module 1 und 4 des Begutachtungsinstruments zum Tragen)
  2. Unterstützung bei der Bewältigung von krankheits‐ und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (Modul 5)
  3. Unterstützung bei der Gestaltung des Alltagslebens und der sozialen Kontakte (Modul 6)
  4. Unterstützung in besonderen Bedarfs‐ und Versorgungssituationen
  5. bedarfsübergreifende fachliche Anforderungen (Umgang mit Risiken und Gefährdungen)
  6. Organisationsaspekte und internes Qualitätsmanagement (Struktur- und Ablauforganisation)

Zweimal im Jahr werden von der Einrichtung Kennzahlen an eine Datenauswertungsstelle (DAS) übermittelt. Die DAS nimmt eine Bewertung vor und versendet den Bericht an die Einrichtung. Auf Grundlage der ermittelten Ergebnisse soll die Einrichtung im Rahmen ihres Qualitätsmanagements mögliche Verbesserungsmaßnahmen einleiten. Liegt die Einrichtung im Durchschnitt oder darüber, ist dies der Hinweis, dass die internen Prozesse funktionieren. Hinzu kommt eine externe Prüfung durch den MDK, in der beispielsweise das Fachgespräch mit den Pflegekräften eine zentrale Rolle einnimmt. Bereits in dieser kurzen Zusammenfassung wird deutlich, dass das neue Prüfverfahren eine Herausforderung für die Einrichtungen darstellt.
So können Sie sich vorbereiten:

  • Lesen Sie die Veröffentlichungen vom Qualitätsausschuss Pflege, in denen die Konzeptionen für das neuen Prüfverfahren und die Qualitätsdarstellung erläutert werden.
  • Beobachten Sie die Veröffentlichung der Prüfrichtlinien, der Maßstäbe und Grundsätze zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität sowie die Erarbeitung der Qualitätsdarstellungsvereinbarungen.
  • Analysieren Sie, ob Ihre Instrumente und methodischen Vorgaben zur Ergebniserfassung geeignet sind.
  • Leiten Sie gegebenenfalls Anpassungen Ihrer Software ein bzw. überlegen Sie, eine entsprechende Software zu implementieren.
  • Verzahnen Sie ihre Datenerhebung und integrieren Sie diese in Ihr Qualitätsmanagement.
  • Nehmen Sie eventuell Qualifizierungsmaßnahmen zur Vorbereitung der Ergebniserfassung vor.
  • Erarbeiten Sie Vorgehensweisen bezüglich der Pflegedokumentation und überlegen Sie, falls noch nicht geschehen, ob Sie auf das Strukturmodell umstellen möchten.
  • Schulen Sie die Pflegefachkräfte.
    • Die Fachkraft muss ein pflegefachliches Gespräch mit den Prüfbehörden führen können.
    • Sie muss den Pflegeprozess beim Bewohner darstellen bzw. erklären können.
    • Sie muss plausibel erklären können, wie eine Zustandsänderung beim Bewohner zustande kam und wie darauf reagiert wurde.
    • Sie muss Abweichungen vom Maßnahmenplan fachlich begründen können.
    • Sie muss so dokumentieren, dass das interne Qualitätsmanagement entsprechende Kennzahlen generieren kann.
    • Sie muss die Risiken im Blick haben.
  • Stimmen Sie Pflegevisiten auf das neue Verfahren ab.
  • Passen Sie die Kommunikationsstruktur an.
  • Führen Sie stichprobenartige Kontrollen Ihrer Datenqualität ein.

Um alle anstehenden Aufgaben zu bewältigen und im Blick zu behalten ist es nützlich, einen Projektplan anzulegen. Auch wenn Sie nicht alle Maßnahmen bis Oktober umsetzen können, sind Sie in jedem Fall vorbereitet und haben bessere Möglichkeiten, Ihre Betriebsabläufe und die Pflegeprozesse zu steuern.

Claudia Heim (Sozialmanagerin, professionelles Pflege- und Qualitätsmanagement)
www.claudiaheim.de   E-Mail: info@claudiaheim.de    Mobil: 0170 2037439

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